Fotoausstellung mit Gesichtern der Straße

Traurige Gesichter standen gestern Abend dort im Mittelpunkt, wo sonst Gäste der Axel-Springer-Passage entspannt einen Kaffee trinken: Der Förderverein der Obdachlosenhilfe Pik As eröffnete die Ausstellung "Obdachlos! Pik As - ein Haus in Hamburg" im Abendblatt-Center. Ehrenamtlich hat Werbefotograf Dirk Pudwell (40) zwei Jahre lang die Bewohner der Übernachtungsstätte besucht, sich mit der Kamera an sie herangetastet, hat Leere und Einsamkeit in ihren Gesichtern gefunden. Aber auch Inspiration: "Ich war immer auf der Suche nach einem Bereich, der mich tiefer bewegt", sagte Pudwell. Seine 40 Fotos geben einen kleinen Einblick in die Welt derjenigen, die kein Zuhause haben. Auf das, was Bilder nicht zeigen können, wies Professor Klaus Püschel, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Uniklinikum Eppendorf, hin. "Die Bilder zeigen markante Persönlichkeiten - aber Magengeschwüre oder eine eitrige Bronchitis kann die Kamera nicht festhalten." Mit seiner Eröffnungsrede plädierte er für mehr Fürsorge und Geld für obdachlose Menschen. Eine Forderung, die auch Irene Rudolph, Vorsitzende des Fördervereins Pik As, unterstützt.

Noch bis zum 13. April ist die Ausstellung im Abendblatt-Center an der Caffamacherreihe zu sehen. Der Erlös aus dem Verkauf der Fotos (jeweils 900 Euro) kommt dem Pik As zugute. vlkf

zurück zum Archiv