Gesichter der Straße

Pik As - ein Haus in Hamburg. Ein ganz normales Haus? Nein, sicher nicht. Hier wohnen Menschen, die eigentlich nicht wohnen. Die man nicht kennt. Die Ausstellung "Obdachlos!" gibt ihnen ein Gesicht."

Vermutlich wohnen die einsamsten Menschen in Hamburg an der Neustädter Straße 31 a. Die Gescheiterten, die Trinker, die ohne ein Zuhause, bekommen im Pik As einen Schlafplatz. 50 000 Übernachtungen zählt Hamburgs älteste "Übernächtigungsstätte" für Männer jährlich. 190 Betten stehen hier. Die Notunterkunft ist die letzte Chance, ein Dach über den Kopf zu bekommen. Danach kommen die Hauseingänge, Unterführungen, die Bahnhöfe, kommt die Straße.
Das PIK AS ist eine Übernachtungsstätte für obdachlose Männer ab 18 Jahren. Der Hamburger Fotograf Dirk Pudwell (40) hat zwei Jahre lang die Bewohner im Pik As besucht, sich an sie herangetastet, sich ihnen genähert.






Herausgekommen sind Bilder, die das Antlitz der Straße zeigen: Gesichter von Männern, die traurige Geschichten von Verlust und Verzweiflung erzählen, von Dreck und Krankheit. Aber auch Gesichter voller Stolz und Trotz dem Leben gegenüber. Und immer wieder die Einsamkeit der Menschen, "die mich gerührt hat. Die Blicke sagen manchmal mehr als es Worte können. Das wollte ich einfangen. Zeigen, wie die Menschen im Pik As sind, ohne etwas zu stellen", sagt Pudwell, der eigentlich Werbefotograf ist. Aber die Dokumentation sozialer Realitäten sei seine Leidenschaft. Die Geschichten und das Leid der Bewohner im Pik As hätten ihn sehr beeindruckt. "Die Männer, denen ich begegnet bin, waren ja nicht immer obdachlos. Viele hatten vorher ein normales Leben und sind durch ein Ereignis, einen Schicksalsschlag abgerutscht", so Pudwell. "Obdachlos!" heißt die Ausstellung mit Dirk Pudwells Bildern, die vom 28. März bis zum 13. April im Abendblatt-Center in der Axel-Springer-Passage zu sehen sind. Der Erlös kommt dem Förderverein Pik As e.V. zugute.

Özlem Topcu

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