„Erlebnis-Köchin“

11.03.2021

Katharina bringt sich ein

Seit Februar liefert Katharina Schneider in Kooperation mit dem Förderverein PIK AS e.V. einmal wöchentlich Essen ins Pik As: beispielsweise Kartoffel-Gemüse-Eintopf mit Geflügelwürstchen, Hähnchenfleisch mit Pasta und Gemüserahmsauce sowie Reis mit knackigem Ratatouille-Gemüse. Letzteres hatte sich ein Klient des Pik As gewünscht, der schon einmal selbst als Koch gearbeitet hat. Die frisch gekochten 100 Essensportionen aus der riesigen Warmhaltebox gehen rasend schnell weg, denn Katharina Schneider hat Ansprüche: „Ich koche nur etwas, was ich selber gern essen würde – alles muss vollwertig, gesund und lecker sein.“

Katharina Schneider

Nachdem Katharina Schneider mit 23 Jahren zum ersten Mal ihre Nase in eine professionelle Küche gesteckt hatte, machte sie zwei Jahre später eine Ausbildung und arbeitete dann als gelernte Köchin in Restaurants, einem Café mit Mittagstisch, einem Krankenhaus und in einem Hotel. Seit vier Jahren ist sie mit einem Catering-Unternehmen selbstständig und richtet unter dem Label „Erlebnis-Köchin“ private Feiern und Firmen-Events aus. 2020 eröffnete sie eine Produktionsküche und wollte dort auch noch Kochkurse anbieten. Doch dann kam die Corona-Pandemie und stoppte nicht nur diesen Plan, sondern ließ auch die Kundenbestellungen einbrechen.
Zur Zeit kocht sie Mittagstisch für Privatleute, für Bürogemeinschaften und für Arztpraxen, aber natürlich reicht ihr das nicht, weder finanziell noch persönlich. Aber mit Unterstützung ihres Umfelds kommt sie einigermaßen gut zurecht. Das erfülle sie mit Dankbarkeit, sagt sie, und deshalb wendet sie sich einer neuen Zielgruppe zu: wohnungslosen Menschen. Sie will nicht nur nehmen, sondern auch etwas geben. Sie kocht bei einer Veranstaltung für Hinz und Kunzt und lernt dann durch eine Freundin das Pik As kennen, nimmt Kontakt mit dem Förderverein auf und liefert jetzt an jedem Freitag ein Essen an. Für den Förderverein PIK AS e.V. und die Klienten im Pik As eine willkommene Unterstützung, denn die gewohnten warmen Mahlzeiten zweimal wöchentlich fallen coronabedingt schon seit Monaten aus – gemeinsames Zubereiten der Mahlzeiten durch ehrenamtliche Helfer ist derzeit auf Eis gelegt. Bezahlt wird die Lieferung von Katharina Schneider aus den Finanzmitteln für das Küchenprojekt des Fördervereins. Aber nicht alleine. In ihrem Newsletter hat die „Erlebnis-Köchin“ bei ihren Kunden selbst um Spenden geworben. Und die waren von der Aktion begeistert. So musste bisher nur eine von drei Essenslieferungen vom Förderverein bezahlt werden.

Wir sagen an dieser Stelle sehr herzlich: Danke!

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Wäsche für die
Wohnungslosen

08.01.2021

Sport-Unterwäsche für die wohnungslosen Menschen im Pik As


Michael Seiffert strahlt über das ganze Gesicht, das ist trotz Mund- und Nasenschutz deutlich erkennbar. Denn gerade hat er vom Förderverein PIK AS ein T-Shirt und ein Paar Shorts überreicht bekommen. „Größe L, das passt meistens wunderbar“, sagt er. Insgesamt 250 Shirts und 250 Boxer-Shorts hat der Förderverein gekauft, um sie dann an die Übernachter im Pik As auszugeben. Eine Aktion, die schon Tradition hat.



Christina Göhrl vom Vorstand des Fördervereins: „Seit mehreren Jahren schon verteilen wir an Weihnachten Kleidungsstücke, die dringend gebraucht werden. Pandemiebedingt hat sich die Ausgabe dieses Mal leider verzögert.“ Oft sind es wärmende Sachen wie Schals und Mützen, die verteilt werden, diesmal eben Unterwäsche. Aber auch die kommt gut an, die Hemden und Shorts finden reißenden Absatz. Patrik Rieken, Leiter des Pik As erklärt : „Wer helfen möchte, denkt zuerst oft an Schlafsäcke oder dicke Jacken, aber auch scheinbar unwichtige Dinge wie Shorts oder Socken sind wichtig, denn davon gibt es fast immer zu wenig.“

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Mehr
Sicherheit

09.01.2021

Mehr Sicherheit im Pik As durch Schließfächer

Ein vom Förderverein PIK AS e.V. aus Spendengeldern finanziertes Projekt erweist sich für viele Klienten als Segen – die Möglichkeit , persönliche Dokumente, Mobiltelefon und andere wichtige Gegenstände sicher verschließen zu können.

Fördern und wohnen als Träger des Pik As ließ in der Eingangshalle zunächst Schließfächer einbauen. Die Idee: Jeder Übernachter im Pik As könne sich ein Schloss kaufen und damit seine Wertsachen im Schließfach absichern. Tatsächlich wurde diese Möglichkeit aber kaum genutzt, denn im täglichen Leben erschien den Klienten vieles wichtiger als der Kauf eines Schlosses. Die Leitung des Hauses und der Förderverein PIK AS e.V. beschlossen deshalb, das Angebot niedrigschwelliger zu gestalten. Seit mehr als einem Jahr wird Neuankömmlingen am Empfangstresen des Pik As nun der kostenlose Erwerb eines Schlosses angeboten.

Mit Erfolg: Inzwischen ist etwa die Hälfte der 100 Schließfächer belegt. Patrik Rieken, Leiter des Pik As: „In den Zimmern der Klienten gibt es nur einfache Spinde zur Lagerung von Dingen des persönlichen Bedarfs. Deshalb ist die Sicherung durch massive Schließfächer und stabile Bügelschlösser ein großer Fortschritt und Diebstahlprävention par excellence. Ein Dankeschön an den Förderverein PIK AS für die Besorgung und Bezahlung der Schlösser!“ Die Furcht von Klienten, im Pik As von Mitbewohnern bestohlen zu werden, dürfte sich mit den neuen Sicherheitsmaßnahmen um einiges verringert haben.


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Förderverein PIK AS ermöglicht Frühstückspaket

17.06.2020

Damit Obdachlose in Corona-Zeiten gut durch den Tag kommen: Förderverein PIK AS ermöglicht Frühstückspaket


Bis Ende Juli sind die Übernachtung und der Aufenthalt im ehemaligen
Winternotprogramm für täglich etwa 500 Obdachlose verlängert worden.
Damit neben einer warmen Mahlzeit auch das Frühstück gesichert ist,
hat der Förderverein auf seine finanziellen Reserven zurückgegriffen.


Aufgrund der schwierigen Zeit für Obdachlose während der Corona-Pandemie hat die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) das Winternotprogramm erneut verlängert. Es heißt jetzt Notunterbringungs- und Versorgungsprogramm (NUVP) und läuft bis Ende Juli 2020 in der Kollaustraße 15 in Hamburg-Lokstedt und in der Friesenstraße 22 in Hamburg-Hammerbrook. Geöffnet hat NUVP täglich von 15 Uhr bis 11 Uhr morgens. In der Mittagszeit werden notwendige Reinigungsarbeiten vorgenommen.

Die Essensversorgung im Winternotprogramm 2019/2020 war wie jedes Jahr durch das ehrenamtliche Engagement des „Fördervereins Winternotprogramm“ sichergestellt worden. Durch die Corona-Pandemie musste dieses Engagement zum gesundheitlichen Schutz der ehrenamtlichen Unterstützer von Mitte März an eingestellt werden. Für ein Frühstückspaket und eine warme Mahlzeit am Abend beauftragte fördern und wohnen (f & w), zuständig für das NUVP, daraufhin einen Caterer. Damit stiegen die Kosten für die Unterbringung von Obdachlosen in der Kollau- und in der Friesenstraße für die Stadt enorm.

Weil das Frühstückspaket deshalb im bewährten Umfang ab Juni wegzufallen drohte, haben die Fördervereine PIK AS e.V. und Winternotprogramm e.V. für die Monate Juni und Juli die Finanzierung übernommen. Damit ist es weiterhin möglich, den Obdachlosen im NUVP ein ausgiebiges Frühstück zukommen zu lassen, damit sie gut durch den Tag kommen.


Foto:
Die Sozialarbeiter im NUVP „Kollaustraße“ bereiten das Frühstück vor:
Brötchen mit Marmelade, Wurst und Käse sowie Tee und Kaffee.


Melanie Anger, Geschäftsbereichleiterin Aufnahme und Perspektive bei f & w: "Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende. Dank des Fördervereins Pik As können wir obdachlose Menschen während der Coronavirus-Krise nun auch im Juni und Juli mit Frühstück versorgen. Das langjährige Engagement des Fördervereins bewährt sich in der Krise ganz besonders. Wir danken allen Mitgliedern, den Spenderinnen und Spendern!"

Für das Pik As strebt der Förderverein PIK AS außerdem an, über die jetzige Beschaffung von Lebensmitteln hinaus die zweimalige Ausgabe einer warmen Mahlzeit und den dadurch ermöglichten Kontakt mit den Klienten im Pik As so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Wir freuen uns darauf.

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PIK AS e.V.
in
Krisenzeit?

15.04.2020

Was macht der Förderverein PIK AS e.V.
in der aktuellen Corona-Virus-Krisenzeit?


Dazu hat der Vorstand des Fördervereins einen Brief an seine Mitglieder
und die Aktiven des Küchenprojekts geschrieben.
Wir veröffentlichen ihn an dieser Stelle zu Ihrer Information.

Liebe Küchenprojektler/innen, liebe Mitglieder des Fördervereins PIK AS,

wir hoffen, dass Sie trotz der Einschränkungen wegen des Corona-Virus ein gutes Osterwochenende verlebt haben. Als Vorstand möchten wir Sie/euch gern darüber auf dem Laufenden halten, was wir derzeit machen bzw. nicht machen. Zum einen geht es um unsere Arbeitstreffen der aktiven Mitglieder. Diese werden wir wieder aufnehmen, sobald die Lage es wieder zulässt. Auch die für Mai/Juni geplante Mitgliederversammlung verschieben wir auf einen geeigneten Zeitpunkt und werden die Mitglieder dann dazu einladen.
Wir haben dazu bis Ende des Jahres Zeit.

Aufgrund der Sicherheitslage setzt fördern & wohnen die vom Förderverein finanzierten Ämterlotsinnen zur Zeit nicht ein, weil die individuelle Begleitung von Obdachlosen im Moment nicht sicher und nicht sinnvoll erscheint, zumal die Ämter nur eingeschränkt geöffnet haben. Auch die Zubereitung von warmen Mahlzeiten für die im Pik As aufgenommenen Menschen durch unser Küchenprojekt haben wir im Einvernehmen mit fördern & wohnen unterbrochen. Zur Zeit beschränkt sich unser Küchenprojekt auf die Lieferung von Lebensmitteln als Ergänzung zu den Lieferungen der Hamburger Tafel.



Wir hoffen, dass sich die Lage in der nächsten Zeit mehr und mehr entspannt, so dass wir unsere Aktivitäten nach und nach wieder aufnehmen können, gegebenenfalls unter verstärkten Schutzmaßnahmen. Bleiben Sie uns gewogen, denn wir werden Ihre Unterstützung auch künftig benötigen, unter anderem, weil die Spendengelder aufgrund einer möglichen Rezession nicht mehr so fließen werden wie zuvor.

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und einen optimistischen Blick in die Zukunft.
Ihr Vorstand vom Förderverein PIK AS e.V.

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Zum ersten Mal
Neujahrsessen
im Pik As

29.01.2020

"Erstes Neujahrsessen im Pik As"



Die wohnungslosen Menschen im Pik As waren angetan von der abendlichen Einladung des Fördervereins PIK AS. Sitzen an langen Tafeln mit Tischdecke, Porzellantellern, Besteck und weißen Servietten und dann noch ein Menü, dass sich sehen lassen konnte:





Gefüllte Hähnchenbrust mit Wirsinggemüse und Süßkartoffelstampf sowie verschiedene Mousse au Chocolat als Dessert. „Vielen, vielen Dank!“ und „Super gekocht!“ hieß es oft, als die zehn ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins die Gerichte des Catering Services von PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG auftischten und Gästen mit Lust auf Süßes noch ein zweites Dessert reichten.



Das Neujahrsessen war aber nicht nur der kulinarische Auftakt des Jahres 2020, sondern auch die Gelegenheit für Kontakte zwischen den wohnungslosen Menschen im Pik As – etwa 120 waren gekommen – den ehrenamtlichen Unterstützern des Fördervereins und den Pik As Mitarbeitern von fördern und wohnen. Gesprochen wurden Deutsch, Spanisch, Polnisch, Bulgarisch, Portugiesisch und Russisch. Doch trotz der sprachlichen Verschiedenheit gab es ein gemeinschaftliches Gefühl: Wir werden gesehen und gewürdigt. Den Schlusspunkt setzte dann die Ausgabe von Mützen und Socken am Ausgang des Speisesaales, eine Spende der „Wooligans“.


Möglich wurde das Ereignis durch das engagierte Zusammenspiel vieler Menschen. Da waren die ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins, die Mitarbeiter von fördern und wohnen, der Caterer und die großzügigen Geldgeber und Spender für das Neujahrsessen – Eugen Block ,die ECE Projektmanagement GmbH & Co KG und die Hoffmann Immobilien-Consult GmbH. Vielen Dank!
Nach 2 ½ Stunden eines feierlichen Jahresauftaktes waren sich alle Beteiligten einig:
                          So etwas sollte es auch im kommenden Jahr geben.